|Leseliebe| „Das Leben ist kein Punschkonzert“ von Heike Wanner / Rezension

„Das mit den komischen Dinosauriern, die immer kuscheln wollen? Nein. Mit solchen Geschichten hält man Kinder doch nur künstlich dumm.“

„Was hast du dann gemacht? Ihnen aus den ‚Buddenbrooks’ vorgelesen?“

[Dialog zwischen Melly und ihrer Schwiegermutter]

Das Leben ist kein Punschkonzert Heike Wanner

„Das Leben ist kein Punschkonzert“

  • Heike Wanner
  • Chick Lit
  • Deutsch
  • E-Book
  • Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
  • 4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
  • Empfehlung: für alle, die gerne über Weihnachtsmärkte schlendern und die nach einem Buch suchen, dass sie in die entsprechende Stimmung versetzt.

Drei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: die häusliche Supermama Melly, die nüchterne Karrierefrau Caro und das verträumte Nesthäkchen Julia. Als sich Julia ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit den Arm bricht, finden sich die drei ungleichen Frauen gemeinsam im familieneigenen Kartoffelpufferstand auf dem Weihnachtsmarkt wieder. Sie müssen nicht nur versuchen, die für dieses Unternehmen wichtigste Zeit des Jahres erfolgreich hinter sich zu bringen, nebenbei kämpfen auch alle drei Frauen um ihr ganz persönliches Liebesglück.

Das Leben ist kein Punschkonzert Heike Wanner

Das ist nicht der erste Roman von Heike Wanner, den ich gelesen habe. Ich mag an ihren Geschichten, dass sie locker, leicht zu lesen sind und einen mit einem behaglichen Gefühl zurücklassen.

Genau in dieser Tradition wurde auch „Das Leben ist kein Punschkonzert“ verfasst. Man fühlt sich als Leserin den drei Protagonistinnen direkt verbunden und hat die Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt bildlich vor Augen und sieht sich selbst zwischen den Buden umher schlendern.

Natürlich ist diese Art der Geschichte auch mit einer gewissen Vorhersehbarkeit verbunden und große Überraschungen darf man nicht erwarten. Trotzdem fand ich z.B. den Erzählstrang rundum die schüchterne, stotternde Julia und den offenen, liebenswerten Taxifahrer Tolgan sehr charmant.  Insgesamt war mir das Ende des Buches jedoch mit einer Spur zu viel Zuckerguss versehen. Da hätte ein bisschen ein offeneres, weniger perfektes Ende dem Buch und seiner Glaubwürdigkeit gut getan. So erinnert mich „Das Leben ist kein Punschkonzert“ an diese „Feel Good“-Freitagabend-Filme in der ARD, die zwar nett anzusehen sind, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Trotz dieser kleinen Unzulänglichkeiten – und des etwas zu gewollt komischen Titels – ist „Das Leben ist kein Punschkonzert“ die geeignete Lektüre, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

3 Kommentare

  1. 10. Oktober 2017 / 15:10

    Hallo Steffi,
    ahhhh, du hast es schon gelesen <3 Ich war so neugierig auf den Weihnachtsroman von H. Wanner, da mir ja Du + ich = Liebe schon so sehr gefallen hat. Dass das Buch mit einem klassischen "Happy End" aufhört, habe ich mir fast gedacht, zumal es sich ja bei diesem Buch um eine Weihnachtsgeschichte handelt. Ich denke die meisten Weihnachtsbücher gehen eher in die harmonische Richtung.
    Deine Rezension hört sich, bis vielleicht auf den kleinen Punkt der Vorhersehbarkeit, richtig genial an. Ich bin ja noch auf der Suche nach guten Weihnachtsbüchern zur Vorweihnachtszeit. Vielen Dank für diese wundervolle Empfehlung :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      11. Oktober 2017 / 13:39

      Hallo Tanja,
      also ich kann Dir „Das Leben ist kein Punschkonzert“ definitiv ans Herz legen. Hat mich sehr gut unterhalten und bringt einen – wenn man es nicht wie ich schon im September/Oktober liest – definitiv in Weihnachtsstimmung.

      „O du fröhliche Weibernacht“ von Heike Wanner fand ich vor 2 oder 3 Jahren auch super.
      Viele Grüße,
      Steffi

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