|Leseliebe| „Hinten sind Rezepte drin“ von Katrin Bauerfeind

(Verlag: Fischer, Erscheinungsdatum: Februar 2016)

Kurzrezension:

Humor, Kolumnen, Mann/Frau, Schwaben, Emanzipation

Das Buch ist Teil einer Challenge auf lovelybooks.de. Eine Aufgabe war, das Buch zum Motto „Typisch Frau, typisch Mann“ zu inszenieren. Hier mein Beitrag zu „typisch Frau“.

Die Autorin Katrin Bauerfeind dürfte den meisten als Journalistin und Moderatorin verschiedener Kulturformate bekannt sein. Sie steht für „Humor mit Anspruch“ und ist entsprechend auf eher intellektuellen Sendern wie „3sat“ zu sehen.

„Hinten sind Rezepte drin“ ist ihr zweites Buch. Der Titel ist etwas irreführend. Nicht wegen des offensichtlich sarkastisch gemeinten Verweises auf Rezepte am Ende des Buches sondern aufgrund des Untertitels „Geschichten, die Männern nie passieren würden!“. Dieser Untertitel erweckt den Anschein, dass sich das Buch mit den vielfältigen Unterschieden zwischen Mann und Frau beschäftigt. Das war in manchen Kapiteln auch der Fall, daneben ging es jedoch um Unterschiede zwischen „Stadt“ und „Land“, Deutschland und dem Rest der Welt etc.

Die einzelnen Kapitel sind kurz und komplett unabhängig voneinander. Insgesamt wirkt das Buch wie eine Aneinanderreihung von Kolumnen zu unterschiedlichen Themen.

Meine zweite Idee zum Thema „Typisch Mann“

Damit einen dieses Buch begeistern kann, muss man zunächst einmal den sarkastischen, teilweise mit starken Übertreibungen und Klischees arbeitenden Humor von Katrin Bauerfeind mögen. Das war für mich kein Problem, denn in der Hinsicht liege ich mit der Autorin auf einer Wellenlänge.

Aus diesem Grund waren auch einzelne Kapitel und Gedanken dabei, die mich begeistern konnten. Dazu gehört z.B. die Abhandlung zu der seit einigen Jahren in Mode gekommenen Geschlechtertrennung bereits ab Geburt (Mädchen strikt in rosa und Jungs in blau, für Mädchen alles mit „Lillifee“ und für Jungs mit Piraten…), die der Gleichberechtigung nicht wirklich dienlich sein dürfte. In den Kapiteln, die mir gefallen haben, ist es Katrin Bauerfeind gelungen, mir neue Denkanstöße zu geben.

Leider gab es auch Kapitel, die mich überhaupt nicht angesprochen haben. Das lag teilweise an der Themenauswahl (z.B. „die Deutschen und der Humor“ – ein m.E. völlig ausgelutschtes Thema), teilweise an der Umsetzung, die mich gelangweilt hat.

Rückblickend haben mich hauptsächlich die Kapitel überzeugt, in denen ich mich selbst wiederfinden konnte. Also alle die Abhandlungen, bei denen ich mir beim Lesen gedacht habe, „das ist mir auch schon passiert“. (Dazu gehört insbesondere alles aus dem schwäbischen Alltag…).

Für mich war das Buch insgesamt durchwachsen. Es landet auf meiner Skala bei 3,5 Sternen. Normalerweise würde ich aufrunden, hier habe ich mich jedoch aufgrund des in meinen Augen überteuerten Preises für ein dünnes Taschenbuch dazu entschlossen, abzurunden. Deshalb erhält „Hinten sind Rezepte drin“ 3 Sterne von mir. Trotzdem mag ich Katrin Bauerfeind und kann mir durchaus vorstellen, mal wieder etwas von ihr zu lesen.

Es hat Spaß gemacht, die Bilder zu malen und zu „lettern“.

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