|Leseliebe| „Herzanzünder“ von Ali Mitgutsch

Endlich möchte ich die Rubrik „Bücher“ hier auf dem Blog mit einem
Eintrag füttern. Ja, ich habe einige Rezensionen, die ich für die
Bookcommunities lovelybooks.de und vorablesen.de erstellt habe, „auf
Halde“ liegen, aber ich möchte die Buchbewertungen nicht einfach
lieblos hier auf den Blog kopieren. Meine Rezensionen auf dem Blog
sollen ausführlicher und persönlicher sein als die, die ich für die
Foren erstellt habe. Außerdem muss ich die passenden Bilder für den Blog
fotografieren.
„Herzanzünder – Mein Leben als Kind“ von Ali Mitgutsch und Ingmar Gregorzewski 
(Verlag: dtv, Erscheinungsdatum: 01.05.2015)
Kurzrezension:
Biografie, Kriegs-und Nachkriegskindheit, Wimmelbücher, spannend wie ein Roman, deutsche Geschichte

Das Cover.
Als
ich von der Neuerscheinung dieser Biografie erfahren habe, war mir
sofort klar, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte, denn der Name Ali
Mitgutsch rief Kindheitserinnerungen an seine Wimmelbilder in mir wach.
Ich kann mich noch heute an einige der winzig kleinen Szenen aus „In den
Bergen“ oder „An der See“ erinnern, ohne dass ich das Bild anschauen
muss. Die Bilderbücher und Puzzles von Ali Mitgutsch haben also genau
wie z.B. die „Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren meine Kindheit geprägt.

Fischmarkt

In den Berge

In
„Herzanzünder“ werden vom Autor Ingmar Gregorzewski die großen und
kleinen Abenteuer aus der Kriegs-und Nachkriegskindheit von Ali
Mitgutsch erzählt. Da das Buch in „Ich“-Perspektive geschrieben ist und
die einzelnen Geschichten so mitreißend geschildert werden, fühlt man
sich, als wäre man im direkten Gespräch mit Ali Mitgutsch.
Man
darf hier jedoch nicht die Beschreibung einer idyllischen
Bilderbuchkindheit erwarten. Das ließen die Umstände der Zeit
schlichtweg nicht zu. So ist Ali Mitgutsch zwar als Nesthäkchen in einer
liebevollen Familie aufgewachsen, jedoch musste er trotzdem die
Bombennächte in München während des Zweiten Weltkriegs ertragen und
erlebte schlimme Zeiten – heute würde man wohl von Mobbing reden –
während der Zwangsevakuierung auf dem Land. Das war für mich das
Erschreckendste und gleichzeitig das Lehrreichste an dem Buch: wie die
Grausamkeit eines Krieges die Menschen verändert und wie nach und nach
fast jegliche Menschlichkeit verloren geht.
Außerdem sticht
dieses Buch durch den Schreibstil, den dramaturgischen Aufbau und das
gute Lektorat für mich heraus. Ja, ich habe es in letzter Zeit einige
Male erlebt, dass Bücher Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthalten
haben, was auf mich einen lieblosen Eindruck macht. Denn wenn alles
Herzblut in einem Buch steckt, dann sollte man auch auf eine
einwandfreie Grammatik und Rechtschreibung achten.
Im übrigen
sollte sich niemand durch die Eingruppierung dieses Buches als
Sachbuch/Biografie abschrecken lassen. Es liest sich genauso leicht und
spannend wie ein Roman. Wenn sie jemand erstmals an diesem Genre
versuchen möchte, kann ich den „Herzanzünder“ als Einstieg wärmstens
empfehlen.
Für mich ein wahnsinnig wichtiges Buch, denn
angesichts des fortgeschrittenen Alters der Kriegs-und
Nachkriegsgeneration gibt es nicht mehr unendlich lange die Möglichkeit,
dass Menschen wie Ali Mitgutsch ihre Geschichte aufschreiben und diese
so auch für die nachfolgenden Generationen lebendig bleibt.
5 von 5 Sternen für dieses Buch von mir. Ein echtes Lese-Highlight des Jahres 2015 für mich.

1 Kommentar

  1. 6. September 2015 / 08:48

    Sehr schöne Rezension 🙂 Die Wimmelbilder von Ali Mitgutsch sind an mir als Kind irgendwie eher vorbei gegangen, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, da etwas besessen zu haben. Wobei mir das garantiert gefallen hätte, wenn ich mir die Sachen so anschaue. Das Buch klingt aber so oder so sehr interessant, gute Biografien und Autobiografien lese ich sehr gerne.

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