|About my week| Spargel, Interior, ein Amerikaner in Stuttgart

Ich nehme wieder an der gemeinsamen Aktion von Stehlblüten und book-walk teil und habe einen Wochenrückblick fabriziert.

Nachdem ich schon gefragt wurde, ob ich keinen Wochenrückblick mehr schreibe, ist es diese Woche definitiv an der Zeit, wieder einen zu erstellen. An den vergangenen beiden Wochenenden saß ich an Ostern ohne Internet bei meinen Eltern daheim und vorige Woche war Besuch da. Dieses verlängerte Wochenende läuft hingegen sehr entspannt ab, weshalb ich gerne auf die letzten drei Wochen zurückblicken möchte.

Grüner Spargel
Endlich wieder Spargelzeit! Kulinarisch sind der April, Mai und Juni wirklich die beste Zeit…

Wie war Deine (letzten drei) Woche(n)?

Den Karfreitag habe ich für eine große Putzaktion genutzt. Ich würde abstauben, nass durchwischen und aufräumen nicht als mein größtes Hobby bezeichnen, aber ich finde, wenn man mal begonnen hat, ist es nie so schlimm, wie man vorher gedacht hat. Und ja, ich bin ein bisschen penibel, was Ordnung betrifft, das gebe ich offen zu. Ich glaube, ich habe da eine ganze Menge von meinem Vater geerbt. Der mag es z.B. überhaupt nicht, wenn meine Mutter mit so Ideen wie einem Pavillon im (großen) Garten kommt, denn „da muss man ja drumherum mähen“. Kann ich mittlerweile voll nachvollziehen, geht mir genauso in der Wohnung, wenn es darum geht, etwas aufzustellen, wo man außen herum saugen muss. Oder gerade plane ich die Anschaffung eines neuen Sofas, da ist Kriterium Nr. 1, dass man drunter vor wischen können muss. Bin ich froh, dass ich nicht schon mit Anfang zwanzig geheiratet habe, da wären mir all diese Punkte, auf die man achten muss, nicht klar gewesen. Jetzt würde ich mir zutrauen, eine recht perfekte Wohnung einzurichten. Und irgendwann möchte ich das auch machen.

Von Karsamstag bis Ostermontag war ich bei meinen Eltern daheim. Dort habe ich meine Liebe zur Aquarellmalerei wiederentdeckt. Das habe ich vor vielen Jahren in der Schule bei einer Projektwoche gelernt, habe es aber seit vielen Jahren nicht mehr probiert. Inspiriert durch „Frau Hölle“ und all die anderen „Letterer“ habe ich mir einen Aquarellkasten gekauft und einen Versuch mit Blumen gestartet. Bin ganz zufrieden mit meinem ersten Werk. Nebenher lief übrigens ein typisches Feiertagsfernsehprogramm: „Fackeln im Sturm“.

 

Aquarellblumen
Mein erster Versuch: Aquarellblumen

 

In der nachösterlichen Woche hatte ich ein intensives, kulinarisches Programm: mittwochs war ich abends mit Kollegen Burger essen, am Donnerstag war ich ebenfalls mit Kollegen den Abschluss eines Falles zelebrieren beim Vietnamesen (sehr, sehr lecker und auch eine sehr Blogger freundliche Location mit schönen Holztischen etc., aber ich habe mich nicht getraut, mein Essen zu fotografieren, weil lauter Social-Media-Verweigerer dabei waren…), am Freitag gab es erneut Burger (kann ich immer essen, wobei es für mich natürlich die Version ohne Fleisch gibt) und am Samstag mexikanisches Essen (mag ich auch sehr gerne, aber irgendwie sind da die Portionen meist klein). Ich gehe gerne essen, aber selbst kochen macht mir mehr Spaß, vielleicht auch, weil ich da weiß, was im Essen drin ist, und dass ich es gut vertrage. Wahrscheinlich habe ich diese Einstellung geerbt, den meine 83jährige Tante hat kürzlich erst gemeint, dass man ihr mit einer Einladung zum Essen zwar wegen der damit verbundenen Geselligkeit eine Freude macht, die reine Abnahme des Kochens aber keinen Vorteil für sie bedeutet, denn das ist keine Belastung für sie. Wenn man das mit über 80 noch sagt, hat man es geschafft, denke ich.

 

Monrepos
Schloß Monrepos in Ludwigburg – wenn man Besuch hat, schaut man sich endlich mal wieder die Highlights in der Umgebung an.

Letzten Samstag habe ich das Musical „Tanz der Vampire“ in Stuttgart besucht. Zum zweiten Mal nach 2011. Da ich Vampirgeschichten mag, gefällt mir dieses Musical (viel besser als Musicals mit Menschen in Tierkostümen…), und da ich dieses Mal darauf vorbereitet war, dass das Ende recht abrupt kommt, war ich auch nicht so verwirrt wie beim letzten Mal.

Diese Woche fallen mir außer Arbeiten, Sport machen und Kochen keine Dinge ein, die ich gemacht habe. Am Samstag hatte ich einen Morgenlauf, denn ich sehr genossen habe. Früh morgens laufen ist so viel schöner als später am Tag, denn es sind kaum andere Leute unterwegs. Vor allem keine Hundebesitzer, die allein mit ihrem Hund den ganzen Weg blockieren, weil sie rechts gehen, ihr Hund links und dazwischen die Leine über den ganzen Weg gespannt ist. Nur zu übertrumpfen durch freilaufende, unerzogene Hunde verbunden mit dem Hinweis „der tut nix“.

Aufgrund meines Rückstands kommt nun die Beantwortung von drei Fragen der Woche:

Welches ist dein schönstes Buchcover und wie sehr beeinflusst dich ein Cover beim Buchkauf?

Ich finde hochwertig gestaltete Buchcover toll, allerdings würde ich mir nie ein Buch nur wegen des Covers kaufen – obwohl mich der Inhalt nicht interessiert. Ein Cover könnte mich wenn dann nur negativ beeinflussen, also zum Nichtkauf, weil ich das Buch eines mir bislang unbekannten Autors in einer Buchhandlung nicht in die Hand nehme, weil es mich äußerlich nicht anspricht.

Die Frage nach dem Lieblingscover finde ich schwierig. So einen richtigen, absoluten Liebling habe ich nicht. Ich habe mich hier trotzdem entschieden: für einen norwegischen Bildband, weil da mein absoluter Lieblingssportler vorne drauf ist. Und weil ich so glücklich war, als ich dieses Buch in Oslo entdeckt habe, obwohl ich dieses schwere „Coffee Table“-Werk quer durch Oslo schleppen und im Handgepäck nach Deutschland bringen musste.

 

"Gull" Aksel Lund Svindal
„Gull“ mit Aksel Lund Svindal auf dem Cover.

 

Hast du für die Schule gerne Bücher gelesen? Was war dein liebstes oder meistgehasstes?

Da ich schon ab der ersten Klasse super gerne gelesen habe, mochte ich es auch, für die Schule zu lesen, obwohl die Bücher nicht immer nach meinem Geschmack waren. Insbesondere die, die man in den unteren Klassen lesen musste, waren nicht so meins. „Die Insel der blauen Delphine“ fand ich zu gruslig (wir erinnern uns, ich hatte Angst vor „Samson“ aus der „Sesamstraße“), bei „Ben liebt Anna“ hat mich die Liebesgeschichte peinlich berührt (mein Geschmack hat sich zwischenzeitlich ein bisschen gewandelt…) und „Rolltreppe abwärts“ hat mich deprimiert.

 Da mochte ich die Klassiker der späteren Jahre wie „Minna von Barnhelm“, „Nathan der Weise“ oder „Der Richter und sein Henker“ lieber. Ich hätte gerne noch mehr gelesen (z.B. etwas von Shakespeare). Nur die „Leiden des jungen Werther“ (und als Ergänzung „Die neuen Leiden des jungen W.“) fand ich sehr weinerlich.

Vor ein paar Wochen habe ich überrascht festgestellt, dass „Homo Faber“ noch immer/wieder Pflichtlektüre fürs Abi ist. Nach all den Jahren…

Aktuell läuft der #hdrreadathon. In Herr der Ringe finden sich sehr viele Karten, mit deren Hilfe man die Handlung mitverfolgen kann. Wie wichtig sind die Karten? Und welches “Extra” ist dir besonders wichtig in Büchern?

Hihi, hier musste ich grinsen, denn das Thema Karten erinnert mich an unsere Busreise durch Norwegen, bei der die französische Reiseleiterin immer „falls sie auf der Karte folgen“ gesagt hat, nachdem wir sie auf die Idee gebracht hatten, dass es für die Teilnehmer interessant sein könnte, zu wissen, wo wir gerade sind.

In Büchern finde ich Karten nicht besonders wichtig. Auch ansonsten brauche ich keine Gadgets. Das einzige, was ich super finde, sind Fotos in Biografien.

 

Erdbeerzeit ist die schönste Zeit!
Erdbeerzeit ist die schönste Zeit!

 

Was war(en) Dein(e) Wochenhighlight(s)?

– Dass Julie James mit „The Thing About Love“ endlich wieder eine Geschichte abgeliefert hat, die mich total in ihren Bann gezogen hat. Ich habe das Buch direkt nach Erscheinen auf meinen E-Reader geladen und konnte es letztes Wochenende kaum aus der Hand legen. Ich liebe es einfach, wenn ich zwei Hauptdarsteller aus vollem Herzen mag. Die Rezension ist gerade in Arbeit und folgt in der nächsten Woche.

– Dass Jon Olson nach über einem Jahr seinen Bruder Hans zum ersten Mal in seinem Vlog präsentiert. Ich kenne Hans seit Jahren, da er ein erfolgreicher Speedfahrer im Alpinbereich war, weshalb ich auch wusste, wie witzig er ist.

– Dass ich Connor Sullivan auf Youtube entdeckt habe. Das ist ein amerikanischer Footballer, der seit ein paar Wochen in Stuttgart lebt und professionell Football spielt. Er wurde durch sein Video über das unsägliche Derby zwischen dem VFB und dem KSC in der zweiten Bundesliga zu einem Youtube-Star. Ich bin froh, dass er zwischenzeitlich bei weiteren Fußballspielen war und dass er somit gesehen hat, dass nicht alle deutschen Fußballspiele so ablaufen müssen, wie sein erstes Erlebnis in einem deutschen Stadion. Auf alle Fälle ist der Junge genauso, wie man sich als Deutscher einen Amerikaner vorstellt. Sehr begeisterungsfähig („awesome“, „fantastic“, „super cool“…), immer gut drauf, offen und gesprächig. Am besten gefallen hat mir bislang (von den Videos, die ich gesehen habe), als er eine deutsche Familie in Leonberg besucht hat, um dort „typisch schwäbisch/bayrisch“ zu essen. Er ist total von den Socken, als er Fachwerkhäuser sieht und auch mit dem Konzept, dass man selbst Holz macht, um es im eigenen Ofen zu verfeuern, ist er noch nie  in Kontakt gekommen. Für mich, die in einer der schönsten deutschen Kleinstädte mit perfekt erhaltenem Fachwerk geboren (Schwäbisch Hall) und mit einem Vater gesegnet ist, der sowohl einen eigenen Wald, als auch einen „Bulldog“ mit Hänger, einen Holzspalter und eine Kreissäge besitzt, ist das sehr amüsant anzuschauen. Der Junge würde durchdrehen, wenn ich ihn zu mir aufs Land einladen würde 😉

Urban Jungle
Mein Versuch eines „Urban Jungles“…

Lesenswertes

Dieser super schöne, norwegische Interior-Blog der Schwägerin der Biathleten Tarjei und Johannes Thignes Bø. Ich finde ihre Fotos wunderschön und sehr inspirierend. Auch ihr Instagram-Feed gehört zu meinen liebsten. Sie lebt in einem kleinen Ort namens Stryn, total ländlich und idyllisch. Die Stories, die sie bei Instagram postet, sind mit Abstand meine allerliebsten von allen Accounts, denen ich folge. Bei meinem nächsten Norwegen-Besuch werde ich definitiv einen Abstecher nach Stryn machen.

 

2 Kommentare

  1. 3. Mai 2017 / 08:14

    Hej Stefka,

    dein Beitrag ist wirklich inspirierend und ich überlege gerade, meinen Aquarellkasten mal wieder hervorzuholen. Dein Bild gefällt mir nämlich ausgesprochen gut!

    Hach ja, die Schullektüren. Wie interessant, dass wir fast die selben Bücher im Unterricht besprochen haben. "Ben liebt Anna" fand ich damals, in jungen Jahren, extrem faszinierend.

    Mit deiner Liebe zum "Norden" steckst du mich gerade an und ich werde mir deine Linktipps gleich mal genauer anschauen.

    Die YouTube-Videos von Connor Sullivan kannte ich schon und ich könnte mich immer noch schlapp lachen. Wirklich großartig 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Lena

    • 3. Mai 2017 / 20:57

      Die Rückkehr zu Aquarellmalerei kann ich Dir sehr empfehlen. Und danke für das Kompliment zu meinem Bild.

      Ist ja witzig, dass wir eine ähnliche Schullektüre hatten. Bei mir ist das nämlich schon ganz schön lange her…

      Conner Sullivan ist echt der Burner. Als genervter Bahnfahrer in und um Stuttgart finde ich es faszinierend, wie viel Enthusiasmus er z.B. der Stuttgarter U-Bahn entgegenbringt. Na ja, er ist noch nicht so lange in Stuttgart 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.